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 | | v.l.n.r.: Marcelle, Mireille, Johnny Stark und Roger Mathieu. Foto: Archiv |
 |  | | Maurice Chevalier. Foto: Archiv | Edith Piaf. Foto: Archiv |
Fazit: Mireille hatte das Glück (außer Edith Piaf) die Menschen um sich zu haben und ihnen begegnet zu sein, die ihre Persönlichkeit maßgeblich beeinflussten. Sie wäre vielleicht heute "nur" eine Frau mit geheimen Träumen, verheiratet und vielleicht mit Kindern gesegnet, und vielleicht auch dann glücklich. Doch ihr wurde ein anderer Weg, von wem auch immer, gewiesen. Mag es die Ahunung und das Vertrauen vom Vater Roger in ihr Talent gewesen sein, der fest entschlossene Familienzusammenhalt durch die Liebe der Eltern Marcelle und Roger zu ihren Kindern oder der glückliche Umstand, dass sich ein Monsieur Stark nach Avignon "verirrte".
Für Millionen von Menschen dieser Welt war und ist Mireille Wegbegleiter durch die Höhen und Tiefen des Lebens. Sei es durch ihre Person, der Musik oder ihrer unvergleichlichen Ausstrahlung und Warmherzigkeit.
Gerade in dieser Zeit des sinnlosen Krieges im Irak gewinnen wir durch solche Menschen und ihr Können die Zuversicht, dass diese Erde vielleicht doch noch einmal friedlich wird. Es hat weder was mit dem Glauben an Gott, dem Islam oder sonst einer Glaubensrichtung zu tun. Hier sollte nur einfach der gesunde Menschenverstand, die Liebe und der Respekt die Oberhand gewinnen.
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Auszüge aus der deutschen Übersetzung der Biografie Mireille's:
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Mein erster Auftritt im "Olympia":
Zitat: ..."Und immer noch kommen Blumen über Blumen in die kleine Garderobe!"..."Óh,! Welcher Flegel hat denn das geschickt?", ruft Simone auf einmal. Das sind herrlice gefüllte rosa Nelken. Sie ruft Jean herein, einen Tänzer, der gerade auf dem Flur vorbeikommt. "Nimm das ja mit!". Jean fasst sie an, als würden sie ihm die Hände verbrennen. "Schenk sie, wem du willst!" "Ach nein!" "Dann wirf sie in den Mülleimer!" Und sie dreht sich zu mir um: "Nelken bringen Unglück! Wenn Herr Coquatrix das sähe!" Ich frage nicht, warum sie Unglück bringen sollen. Und in den Telegrammen stehen nur gute Wünsche. Bisher glaubte ich immer, Telegramme kämen nur, um Katastrophen zu melden. Sie sind von Line Renaud, Charles Aznavour, Hugues Aufray, France Gall und... ich traue meinen Augen nicht: "Momo uas Ménilmontand heißt Mimi aus Avignon in der Welt des Showgeschäfts willkommen und wünscht ihr Erfolg. Unterschrift: Maurice Chevalier."
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Der Cowboy und der Steinmetz:
Als wir im Croix-des-Oiseaux ankommen, macht Herr Stark große Augen. Natürlich ist es bei uns sehr eng und voll wie eine Sardinenbüchse... Der Block der Mathieus...gegenüber ganz allein der Cowboy, und ich dazwischen...Papa geht zum Angriff über: "Herr Stark, es ist wirklich nett von ihnen, dass Sie sich für meine Kleine interessieren. Sie verdient es, wirklich. Sie ist großartig, meine Mimi. Sie hat eine außergewöhnliche Stimme! Das hat sie von mir..."
Moni's Schlußfolgerung:
Diese Begegnung mit der Familie überzeugte Johnny von der Ehrlichkeit und den Willen Mireille, alles zu tun, um eine anerkannte Künstlerin zu werden.
Er wurde "ihr Maler und sie das Porträt" – welche geprägt war von eiserner Disziplin, Hingabe zur Musik und die über 37jährige Liebe zu ihrem Publikum.
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Das musikalische Symbol Frankreichs – Edith Piaf:
Sie ist und war die Chansoinette Frankreichs: Edith Piaf. In ihrer Stimme lag die Seele, Ausdruckskraft und der unbändige Wille nach Zärtlichkeit und Liebe. Mireille wuchs mit ihren Liedern auf. Wie jedes Kind erwählt man sich ein Vorbild (Idol), mit dem man heranwächst und sich von der Kraft dieser Persönlichkeit symbolisch ernährt. Sie hatten viele Gemeinsamkeiten: Ebenso wie Mireille stammte Edith Piaf aus einfachen Verhältnissen. Edith war genau so "groß" wie Mimi und Mireille hatte das Potenzial der Stimme von Edith Piaf.
Edith war, schon wegen ihrer Herkunft, der "Spatz von Paris". Mireille wird immer noch von ihren Fans als "Spatz von Avignon" bezeichnet. Doch schon seit mehr als 30 Jahren hat Mimi ihre eigene Indentität gefunden und hat etwas erreicht, was Edith Piaf nicht schaffte: Mireille hat durch ihre Ausstrahlung und ihr Können so vielen Menschen dieser Erde das Gefühl der Zusammengehörigkeit und Freundschaft vermittelt und ist, für mich neben der Friedenstaube auch eine Vermittlerin des Friedens.
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Das "Kinderheim" Mathieu:
„Zitat: "Vorläufig war ich noch die kleine, in der Masse aufgehende Mimi. Mama setzte ihren Stolz darein, uns alle gleich anzuziehen: Ich will nicht, dass ihr ausseht wie Bettler, die in irgendwelchen Lumpen herumlaufen, meine Damen und Herren!" Sie kaufte bei den "Nouvelles Galeries" und im Schuhgeschäft "Chaussures André", wo man diese Mutter mit den vielen Kindern kannte. Man gab ihr Rabatt, machte für sie besonders niedrige Preise. Wir sahen alle untadelig aus mit den gleichen Mäntelchen, den gleichen Stiefelchen, alle in der selben Farbe. Wir hielten uns an den Händen, bildeten eine Kette, um uns nicht zu verlaufen, und wo wir vorbeikamen, hörten wir: "Wie niedlich, diese Kleinen aus dem Kinderheim..." ..."Das ist kein Kinderheim, das ist die Familie Mathieu!"
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Zitat: "Das Konzert und die darauffolgende Mini-Tournee nützte mir sehr viel: Sie waren gewissermaßen ein Test für die neuen Lieder und die Instrumentationen vor der Rückkehr nach Paris, in den Kongresspalast...Da ich aber dreizehn Jahre lang nicht in der Hauptstadt gesungen hatte, war es günstiger, ganz anders aufzutreten als damals im Rahmen des Olympia..."
"...Du hast im Ausland vor 20.000 Menschen gesungen, da kannst du es doch auch vor 3.500 Parisern im Kongreßpalast!", sagte Papa...
Das war sein Traum.
Zitat: "Ich fühlte mich bereit dazu. Die Prüfung durch den Mistral hatte mich überzeugt, dass meine Stimme künftig unter allen Bedingungen, auch den schlechtesten, durchhalten würde. Ich ahnte nicht, dass das Schicksal sie schon für mich breithielt... Ich fürchtete mich etwas vor Paris. Nicht wegen meiner Stimme – in dieser Beziehung fühlte ich mich unbesiegbar! –, aber beim Gedanken an die Kritiker, die nie besonders zart mit mir umgegangen waren, während überall auf dieser Welt...Papa drängte immer wieder. Wir telefonierten täglich miteinander: "Du musst wieder dort auftreten, sonst denken die Pariser, empfindlich wie sie sind, du magst sie nicht mehr!"...
Zitat: "...Es war lange nicht mehr vorgekommen, dass wir an einem 15. August, der gerade auf einen Donnerstag fiel, vereint waren. Am Dienstag wollten wir nach Paris fliegen...Telefon. Und die Nachricht. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Die unfassbare Nachricht. Nur ein Schreckensschrei bricht heraus. Papa ist tot..."
Zitat: "...Er ist tot. Einfach so. In einer Minute... Ohne ein Wort... Und ich war nicht da. Nie war ich da bei geliebten Menschen. Immer bin ich woanders. Im Augenblick des Übergangs kann ich ihre Hand nicht halten... Und dabei wollte ich nur für sie alle Erfolg haben..."
Zitat: "...Nun war ich das Familienoberhaupt..."
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